Liebes Hebammenteam! Mein Sohn ist jetzt vier Monate alt. Als er 9 Wochen alt war, konnte er bereits durchschlafen (bis zu 12 Stunden), seit drei Wochen weckt er mich jedoch wieder mindestens einmal in der Nacht, weil er großen Hunger hat. Seit einer Woche gebe ich ihm auf Anraten des Kinderarztes deshalb Pulvermilch 1. Ansonsten wird er noch gestillt. Noch immer wird er aber einmal pro Nacht wach und hat Hunger. Bringt es etwas, wenn ich auf Folgemilch 2 umsteige? Oder kann ich abends sogar schon einen Brei füttern?
Säuglinge sind in den ersten Lebensmonaten unrhythmisch und verändern immer wieder ihr Schlafverhalten. Die künstliche Säuglingsmilch stellt allermeist keine gute Lösung dar, wie Sie auch schon festgestellt haben. Sinnvoller hingegen ist es, wenn Sie Ihren Sohn einige Tage einfach häufiger am Tag stillen. Das häufige Stillen (alle 2 bis 3 Stunden) regt Ihre Milchbildung an und er trinkt dann am Tag mengenmäßig mehr. Vielleicht hat Ihr Sohn im Moment auch ein großes Nähebedürfnis oder er bekommt Zähnchen und wird aus diesen Gründen wach. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Kinder im Alter Ihres Sohnes noch eine Nachtmahlzeit zu sich nehmen. Stillen Sie ihn einfach des nachts. So kommen Sie und Ihr Sohn vermutlich am schnellsten wieder in den Schlaf. Die Folgemilch ist in ihrer Zusammensetzung weit von der Muttermilch entfernt und enthält viel Zucker. Davon ist abzuraten. Mit der Beikost sollten Sie allerfrühestens erst im fünften Monat, viel besser erst Anfang des siebten Monats starten, denn die Kinder können dann die feste Nahrung viel besser verdauen und verwerten. Im ersten halben Jahr sollte die Ernährung aus Milch (am besten nur Muttermilch ) bestehen. Vielleicht hilft Ihnen ein Gespräch mit anderen stillenden Müttern in einer Stillgruppe oder einem Stillkaffee. Viele Frauen, die lange stillen, kennen die Fragen um das nächtliche Stillen, und dafür gibt es keine Patentlösung, sondern immer nur individuelle Wege des Umgangs. Adressen finden Sie unter www.afs-stillen.de, www.lalecheliga.de, www.bdl-stillen.de . Das Zufüttern künstlicher Nahrung ist meist gar keine Lösung.-
Antwort vom 05.02.2004
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Frage vom 05.02.2004
Antwort vom 05.02.2004